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Kretschmer, Otto Fregattenkapitän* 01.05.1912 Heidau/Schlesien + 05.08.1998 StraubingOtto Kretschmer wurde am 1. Mai 1912 in der schlesischen Stadt Heidau geboren. 1929 machte er sein Abitur in der Kadettenanstalt zu Wahlstatt. 1930 meldete er sich freiwillig als Offiziersanwärter bei der Kaiserlichen Marine. Einen seiner ersten Dienste absolvierte er auf dem leichten Kreuzer Emden. Weitere Stationen waren der Dienst auf dem Panzerschiff Deutschland und auf dem Kreuzer Köln. Nach seinem Dienst als 2. Torpedooffizier auf der Köln wurde er 1936 zur U-Bootwaffe als Oberleutnant zur See versetzt. Sein erstes Kommando während des spanischen Bürgerkriegs führte er auf U-35 (VIIA). Ab Kriegsausbruch befehligte er dann U-23 (IIB). Mit diesem sogenannten Einbaum versenkte er insgesamt 8 Schiffe mit 24899 BRT. Die größten Erfolge in seiner Laufbahn erzielte Otto Kretschmer aber mit U-99 (VIIB). Da waren z.B. die Versenkung der Auckland Star 13121 BRT und später auch die Riesen Forfar 16402 BRT und die Patroculus mit 11314 BRT. Insgesamt versenkte U-99 unter dem Kommando von Otto Kretschmer 47 feindliche Handelsschiffe und Transporter sowie 1 Zerstörer. Dazu kamen noch 3 Hilfskreuzer. Insgesamt beliefen sich seine Versenkungen auf 274.418 Bruttoregistertonnen. Während seiner 16 Feindfahrten jagte U-99 (VIIB) in der Biskaya, dem Atlantik und im Nordkanal. Den letzten großen Sieg erlangte U-99 (VIIB) am 7. März 1941 durch die Versenkung des Walfangschiffes Terje Viken 20638 BRT. Auf dieser Feindfahrt ging U-99 am 17. März 1941 im isländischen Raum bei einer Geleitzugsschlacht verloren. Bei einem Wasserbombenangriff durch den englischen Zerstörer Walker wurde die Schiffsschraube des Bootes beschädigt. Durch diesen Schaden wurde Kretschmer`s Boot zum auftauchen gezwungen. Der letzte Funkspruch von U-99 an den BdU lautete: „Zerstörer-Wasserbomben-53000 BRT-gehe in Gefangenschaft-Kretschmer-U-99“. Dann gab er den Befehl zur Versenkung von U-99. Die Besatzung ging bis auf 3 Mann in die Gefangenschaft. An dieser Geleitzugsschlacht waren auch noch weitere U-Boote beteiligt; unter anderem U-100 (VIIB), daß von Kapitänleutnant Joachim Schepke befehligt wurde. Schepke, der auch zu den erfolgreichsten U-Bootfahrern der deutschen Kriegsmarine gehörte, fand während dieser Schlacht den Seemannstot. Die Gefangenschaft endete für Kretschmer am 31. Dezember 1947. Nach seiner Entlassung studierte er Jura und wurde kurz danach der Präsident des Deutschen Marinebundes. 1955 trat er in die neu gebildete deutsche Bundesmarine ein. Bevor er ab 1970 in den Ruhestand ging war sein letzter Rang Flottillenadmiral. Danach arbeitete er auf eigenen Wunsch in führenden Positionen der NATO, bis er sich entschied in der Industrie und als Schifffahrtsachverständiger seine Karriere zu beenden. 1998 verstarb Otto Kretschmer im Alter von 86 Jahren nach einem Unfall in Straubing.
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